Recovery Datenträger

Recovery Datenträger: Wo sollten die Datenträger gelagert werden?

Welches Medium Sie auch immer verwenden, achten Sie darauf, dass möglichst viele der Sicherungsmedien räumlich weit entfernt vom PC gelagert werden. Was nützt Ihnen eine Sicherung, wenn sie zusammen mit dem PC bei einem Diebstahl mitgenommen oder durch Brand oder Hochwasser zerstört wird? Sie sollten unbedingt für eine sogenannte „Recovery Datenträger“ sorgen.

Die privaten Daten auf einer DVD können Sie vielleicht einem Freund oder Verwandten zur Aufbewahrung geben. Eine DVD luftdicht verpackt im Keller zu lagern ist auch eine brauchbare Idee (wenn der nicht überschwemmungsgefährdet ist). Allerdings sollte man in beiden Fällen über eine Verschlüsselung nachdenken.

Für eine Firma ist ein anderes Gebäude oder ein Platz auf der anderen Seite einer Brandschutztür optimal. Der Chef oder der mit der Datensicherung beauftragte Mitarbeiter könnten die Daten nach Hause mitnehmen. Der Vorgang nennt sich „Recovery Datenträger“.

Recovery Datenträger | Datensicherung Deutschland | Festplatte Recovery

Die Sicherheitskopien im Tresor der Firma vor Unbefugten zu schützen ist eine gute Idee. Das schützt aber nicht vor allen Gefahren. Bei einem Brand sind die Kopien gefährdet. Übliche Tresore sind dafür gebaut, Papier zu beschützen. Papier entzündet sich erst bei 185 °C. Polycarbonat, das Trägermaterial von DVDs und Magnetbändern, hat sich bei dieser Temperatur bereits verformt. Mehr als 125 °C verträgt es nicht.  Eine „Recovery Datenträger“ ist angebracht.

Was kann man tun? Lagern Sie nicht alle Kopien im Tresor. Stellen Sie eine wärmedämmende Box für die Datenträger in den Tresor. Es gibt spezielle Datenträgertresore, in denen Ihre Daten ein Feuer überstehen können.

Bedenken Sie, dass Sie nach einem Brand oder Einbruch eventuell tagelang keinen Zugang zu ihren Räumen mit den möglicherweise unversehrten Datenträger haben, solange die Spurensicherung am Werk ist.

Wenn Sie Bänder verwenden, droht eine andere Gefahr: Was ist, wenn Ihr Bandgerät defekt ist? Wenn das Bandgerät samt Server gestohlen oder verbrannt ist, woher bekommen Sie ein neues Bandgerät zum Einlesen der Bänder? Sie sollten sich fragen

  • Wie viele Tage würde es dauern, ein Ersatzgerät zu beschaffen?
  • Wie exotisch ist Ihr Bandgerät? Wäre es überhaupt wiederbeschaffbar?
  • Sie haben jemanden gefunden, der das gleiche Bandgerät benutzt und es Ihnen im Notfall leihen würde. Würde das Ersatzgerät Ihre Bänder lesen können? Haben Sie das getestet?

Besprechen Sie das Thema mit Ihrem Hardware-Händler. Vielleicht können Sie mit einem anderen Kunden Ihres Händlers vereinbaren, die Bandgeräte im Störfall gegenseitig auszuleihen. Testen Sie mit wenigsten einem Band, ob das fremde Gerät Ihr Band lesen kann. Wenn Sie Pech haben, ist Ihr Bandgerät schlecht justiert und liest nur die selbst beschriebenen Bänder. Die „Recovery Datenträger“ dauert 35 Minuten.

An diese Stelle passt ein unter Administratoren gebräuchlicher Witz: „Unsere Backups waren in Ordnung, nur die Rücksicherung hat nicht geklappt!“

Recovery Datenträger: Der Unterschied zwischen Daten- und Systemsicherung

Mit einem Backup können zwei verschiedene Ziele erreicht werden, die genau unterschieden werden müssen: Systemsicherung oder Datensicherung.

Datensicherung

Eine Datensicherung bewahrt die Ergebnisse Ihrer Arbeit vor Verlust: Dokumente, Fotos, Zeichnungen. Die einzelnen Dateien sind meist nicht groß: Für 400 Fotos, 250 MP3-Dateien oder den Inhalt eines 10 m hohen Bücherstapels genügt ein Gigabyte. Bei vernünftiger Organisation reicht die Speicherkapazität einer CD oder DVD für ein Daten-Backup aus. Eine häufige Sicherung sollte deshalb kein Problem sein.

Systemsicherung

Eine Systemsicherung ermöglicht eine schnelle Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, wenn das Betriebssystem Schaden genommen hat. Dabei sind vier Probleme zu überwinden.

  1. Einige Dateien sind ständig in Benutzung, als Beispiele seien die Registry, die Benutzereinstellungen und die Auslagerungsdatei genannt. Es ist nicht ohne weiteres möglich, diese Dateien zu kopieren, und mit den Windows-Bordmitteln gelingt das schon gar nicht.
  2. Auch wenn Sie dem PC eine Pause gönnen, ist Windows nicht untätig. Die Speicherbelegung wird optimiert (Auslagerungsdatei), im Internet wird nach Updates gesucht, und einige Anwenderprogramme speichern von Zeit zu Zeit ihren aktuellen Zustand. Während der Dauer einer Systemsicherung (üblicherweise mehr als 15 Minuten) werden einige der bereits kopierten Dateien verändert. Im Ergebnis enthält die Systemsicherung Bestandteile, die nicht zueinander passen.
  3. Es würde nicht genügen, alle Dateien zu kopieren und sie bei Bedarf zurückzukopieren. Einige Dateien müssen sich an einer präzise definierten Stelle der Festplatte befinden, sonst startet das Betriebssystem nicht. Ein Kopierbefehl kann das nicht sichern.
  4. Auch wenn Windows nicht mehr starten kann, muss das Zurückkopieren möglich sein.

Daraus ergeben sich drei Bedingungen:

  1. Das Sichern und Zurückkopieren muss nicht Datei für Datei, sondern Sektor für Sektor erfolgen. Jeder Sektor muss genau an die ursprüngliche Position zurück.
  2. Das Backup-Programm muss von CD startfähig sein. Dadurch werden die Probleme mit ständig benutzten und geänderten Dateien gelöst: Wenn Windows nicht gestartet werden muss, sind alle Dateien unbenutzt.
  3. Aus 1. und 2. folgt: Das Backup-Programm muss mit jeder gängiger Hardware zurechtkommen, denn es muss ohne Treiberunterstützung auskommen.

Ein weiteres Problem ist, dass ein Backup-Medium mit hoher Kapazität benötigt wird. Windows XP plus einige Anwendungen belegt reichlich 10 GB, Windows 7 etwa 20 GB und mehr. Durch die Komprimierung werden etwa 30% Speicherplatz gespart. Das ist immer noch zu viel für eine einzelne DVD. Eine Systemsicherung ist deshalb relativ aufwändig.

 

Recovery Datenträger | Recovery Programm

 

Vergleich

Wenn das Betriebssystem beschädigt oder infiziert ist und Sie eine Systemsicherung haben, können Sie den PC schon nach einer halben Stunde wieder benutzen. Wenn Sie Daten auf der Systempartition haben, die Sie seit dem letzten Systembackup verändert haben, dauert es ein wenig länger. Wenn Sie kein Systembackup haben, brauchen Sie „nur“ Windows und alle Ihre Anwendungen erneut installieren, Updates installieren und das System an Ihre Bedürfnisse anpassen. Das dauert zwar einen ganzen Arbeitstag oder mehr, aber es ist keine Katastrophe. Deshalb braucht eine Systemsicherung nur in größeren Abständen durchgeführt werden, vorzugsweise nach der Installation neuer Programme oder nach anderen größeren Änderungen am Betriebssystem.

Wenn Sie jedoch keine Datensicherung haben, ist Ihre Arbeit weg. Für immer. „Recovery Datenträger“ ist hier der einzige Ausweg.

Wenn Ihre letzte Datensicherung einen Monat alt ist, müssen Sie die Arbeit des gesamten zurückliegenden Monats noch einmal wiederholen.

Add a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


*